| Kleine Getreidemühlenkunde: |
| Mahlstein: |
Fast alle Hersteller unserer Getreidemühlen verwenden Mahlsteine
aus Edelkorund (Ko-Ke, Korund-Keramik, Korund in Keramikmasse gebunden),
weil sie sehr hart, langlebig und relativ unempfindlich sind. Ein
sogenannter Edelkorundstein ist ein hoch verdichteter und sehr heiß
gebrannter Kunststein, der sich bewährt hat (seit 1985 und mittlerweile
in fast allen Steinmühlen). Elsässer verwendet den Naxosbasalt-Magnesit-Stein
(Kunststein aus Naxosbasalt in Magnesitbindung gebrannt). Ein neuer Korund-Keramik
Mahlstein kostet nicht die Welt und die Abnutzung des Mahlsteines
hängt natürlich in erster Linie von der Menge ab, die Sie mahlen,
und zweitens von der Mühlenkonstruktion.
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| Mahlsteingröße: |
Die Größe des Mahlsteins einer Getreidemühle
ist nicht unbedingt entscheidend für die Mehlfeinheit. Die Kunst
des Mühlenbaus besteht in der Präzision der Mahlsteine und der möglichst
optimalen Paralellität der Steine zueinander. |
| Mahlkammer: |
Kunststoff
oder Holz ? Diese Frage ist für manchen wichtig. Wer Kunststoff verwendet, argumentiert
mit der Hygiene. Der Rest-Mehlstaub haftet nicht so am Kunststoff, weil
er glatter ist als Holz. |
| Gehäuse: |
Weder Form noch Material
des Gehäuses nehmen Einfluß auf die Mahlqualität, sofern sie nicht direkt
mit mit der Mahlwerkskonstruktion in Verbindung stehen. |
| Holzart: |
Die Verwendung des Holzes
ist Geschmacksache. Überwiegend kommen Harthölzer (Buche, Ahorn) zum Einsatz,
weil sie stabil und recht feinporig sind. Waldner
und verwendet auch Zirbenholz
(Zirbelkiefer = Weichholz), weil es milbenabweisend ist. Im Laufe der
Jahre verliert sich aber die milbenabweisende Wirkung des Zirbenholzes.
Auch Erle kommt vereinzelt zum Einsatz, z.B. bei der Waldner Getreidemühle Single, wohl zum einen, weil es ein
Modeholz mit optischem Reiz ist, zum anderen, weil es wegen seiner formstabilen Eigenschaften
gerne auch im Modellbau verwendet wurde. |
| Oberfläche: |
Öberflächenmaterialien
wie Hartöle, Hartwachse, Naturöle sind pflegeleicht und bedingt
dauerhaft. Bei zu häufigem nassen Reinigen kann es nötig werden, das Gehäuse der Getreidemühle nachzuölen
oder nachzuwachsen, um die Brillance der Öberfläche wieder herzustellen.
Öle und Wachse sind transpirierend und kommen so den Holzeigenschaften
entgegen. Das Holz kann atmen, reagiert aber auch sensibler auf Klimaschwankungen.
Holzlasuren sind ebenfalls atmungsaktiv, bieten aber mehr Oberflächenschutz,
weil Sie eine hauchdünne abriebstabilere Schicht bilden. Wasserlacke
bieten den dauerhaftesten Schutz und sind am pflegeleichtesten, weil
sie eine dicke, stabile und sehr glatte Schicht bilden. Sie sind wenig bis gar nicht atmungsaktiv. Man könnte es als Vorteil sehen, daß das darunterliegende
Holz nicht so schnell auf Klimaschwankungen im Wohnbereich reagiert. |
| Reinigung: |
In der Regel ist eine Reinigung
der Getreidemühle und der Mahlkammer nur selten nötig. Es könnte aber mal vorkommen,
daß Ihr Mahlgut zu feucht war und deshalb die Mahlsteine verschmiert
sind und einen Auswurf des Mehles verhindern. Auch Roggen, Hafer oder
Gerste pur und auf feinster Stufe gemahlen können Verklebungen verursachen. Jetzt brauchen
Sie nicht gleich die Mühle zerlegen, sondern versuchen mit trockenen
Körnern, am besten Reis, auf mittelgrober bis gröbster Einstellung
zu mahlen. Bei gröberen Einstellungen entstehen höhere Vibrationen,
die die Mahlkammer dann sauberrütteln sollen. |
| Mahlfeinheit: |
Die Mahlfeinheit wird in
der Regel durch eine Siebprobe angegeben nach DIN 10 765. Hierbei sollten
80 % des Mahlgutes durch die Maschen des feinen Siebes durchfallen,
Maschenweite 0,3 mm. Das schaffen alle Mühlen mit einem der drei (Naxosbasalt
in Magnesitbindung, Granit und Korund-Keramik ) beschriebenen Mahlsteine
problemlos. Die meisten von ihnen mahlen viel feiner. Allerdings ist
die Siebprobe insoweit problematisch, als es immer auf die jeweilige
Getreidesorte ankommt, mit der gemessen wird. Mit Dinkel ist es immer
sehr leicht, fein zu mahlen, weshalb auf Messen gerne mit Dinkel vorgeführt
wird. Dann gibt es sehr unterschiedliche Weizensorten, und je nach Sorte
ist das Mahlgut körniger oder samtiger. |
| Mahlleistung: |
Am Wert für die Mahlleistung
"fein" sehen Sie, wieviel Mehl auf der feinsten Einstellung
gemahlen werden kann, aber nicht, wie fein das Mehl gemahlen wird. Dieser
Wert allein sagt also relativ wenig aus. Mühlen, die uns nicht fein
genug mahlen, führen wir nicht in unserem Angebot. Lassen Sie sich nicht
irritieren von irgendwelchen Leistungsformeln, die nichts oder realtiv
wenig über die Mehlfeinheit aussagen! Dem Wert für die Mahlleistung
"grob" können Sie nicht viel entnehmen. Auf gröbster
Einstellung fallen die Körner oft ungemahlen wieder heraus. |
| Motorleistung: |
Wenn Sie harte Körner wie Mais und Kichererbsen oder kiloweise Getreide
mahlen wollen, empfehlen wir Getreidemühlen ab 200g/min bzw. mit starken Motoren ab 600 Watt Leistungsaufnahme. Für Vielmahler wie Bäcker und
Vollwertgroßküchen gibt es gewerbliche Mühlen, die extra auf Dauerbelastung
ausgelegt sind und meistens auch mit Starkstrom angetrieben werden.
Zum Brotbacken im familiären Bereich finden wir 100g/min.-Mühlen vollkommen
ausreichend. |
| Lautstärke: |
Leider sind die Angaben
in dB nicht sehr aussagekräftig, da kein Hersteller angibt, mit welchem
Mahlgut der Wert erzielt worden ist. Die Lautstärke hängt von der Mühlenkonstruktion
und der Härte des Mahlgutes ab. |
| Ölsaaten: |
Ölsaaten können mit Edelkorundsteinen
nur gemischt mit Getreide gemahlen werden. Das optimale Mischungsverhältnis
erfährt man am besten durch Probieren. Auch die Einstellung der Mahlfeinheit
spielt eine große Rolle. Wer Ölsaaten aber pur mahlen will, ist mit
einer Getreidemühle mit Stahlmahlwerk besser bedient.
Solche Mühlen machen weniger Probleme und sind leichter zu reinigen. |
| Gewürze: |
Getreidemühlen sind keine
Gewürzmühlen!
Harte, ölarme Gewürze, Koriander oder Kümmel können mit einer
Steinmühle gemahlen werden, größere Mengen jedoch nicht bei feinster Einstellung. Weiche Blattgewürze, auch wenn sie getrocknet
sind, können teilweise mit Stahlmahlwerk
gemahlen werden, jedoch nach unseren Erfahrungen nicht zufriedenstellend.
Senf mahlt die Jupitermaschine relativ gut. |
| Mais und Reis: |
In unseren Mühlenvergleichen
ist nicht erwähnt, ob eine Getreidemühle auch Mais mahlen kann. Denn alle unsere
elektrischen Mühlen (Ausnahmen: Mahlvorsätze von Küchenmaschinen, Jupiter
und Elsässer F50, Mühlen mit weniger als 360 Watt Motorleistung) mit Steinmahlwerk können auch Mais (kein Popcornmais!),
Reis und Kichererbsen ohne Probleme mahlen. |
| Glutenfrei: |
Wozu Getreidemühlen "glutenfrei" eingemahlen?
Gluten sind Getreidebestandteile, die Reaktionen bei Glutenallergien ( z.B. bei Zöliakie ) hervorrufen. Deshalb gibt es auch "glutenfrei" eingemahlene Getreidemühlen. Aus Kostengründen werden Getreidemühlen standardmäßig mit Weizen eingemahlen.
Für Menschen, die keine Gluten vertragen, bieten die meisten Mühlenhersteller auch "glutenfrei" eingemahlene Getreidemühlen an. Diese werden mit Mais oder Reis eingemahlen.
Ob "glutenfrei" oder "nicht glutenfrei" eingemahlen spielt für die weitere Verwendung der Getreidemühle qualitativ keine Rolle. Oder einfacher gesagt: "Glutenfrei" eingemahlene Getreidemühlen sind qualitativ nicht besser oder schlechter als normal eingemahlene Getreidemühlen. |
| Spannung alt.: |
Spannung alternativ
bedeutet auf unseren Seiten, daß das Gerät auch mit einem anderen Motor
mit anderer Spannung hergestellt wird. Die Spannung ist bei keinem Gerät
umstellbar! Nur wichtig für Export, z.B. USA (110V). |